Es ist tiefer Winter in einem kleinen, von Bergen umgebenen Dorf mitten in der Zentralschweiz. Klar, dass man als Skifahrer hier nur einer von vielen ist. Und genau die vielen Skifahrer wollen von ihren Unterkünften zu den Talstationen der Seilbahnen befördert werden. Da geht es genauso zu wie Schulverkehr nur mit Skiern und Snowboards anstatt Schulranzen und Taschen. Hier treffen sich viele Nationalitäten und Altersklassen.

 

Dennoch ist der Skibus - oh Entschuldigung - der Gratis-Skibus-Verkehr hier in Engelberg hochinteressant.

 

Man kommt sich vor wie bei einer Reise in die Vergangenheit. Was bei uns im Remstal Mercedes-Benz Citaros und MAN Lion's City sind, das sind hier in Engelberg DenOudsten Alliance B96 City und MAN NL 202. Ach ja und einen Bus mit Hess-Aufbau in Schweizer Breite. Bis vor wenigen Jahren waren es sogar fast ausschließlich Volvo Hochflurbusse - da war das Einsteigen mit Skistiefeln durchaus ein Erlebnis - nun ist nur noch ein Volvo B10M übrig geblieben.

 

Und während in Deutschland und den größeren Städten der Schweiz Haltestellenanzeigen schon weit verbreitet sind, so wird man hier vom Fahrer mit einer freundlichen schwyzerdütsch Mikrofondurchsage auf den nächsten Stopp hingewiesen.
„Naachstr Halt: Churpark!"

 

Allerdings hat man hier ein Linien- und Haltestellennetz, das man sich in mancher süddeutschen Stadt nur träumen kann.


Die Busse pendeln auf 6 Linien zwischen den einzelnen Ortsteilen (wenn man das schon so nennen darf), den drei Talstationen und dem Bahnhof hin und her.

Bis vor einigen Jahren wurden die Linien noch auf verschiedenfarbigen Plastiktafeln in den Fahrzeugen angezeigt, seit jedoch die beiden MAN und die drei DenOudsten hier bei der EAB sind werden bei diesen Fahrzeugen die guten, alten Flip-Dot-Anzeigen verwendet.

 

Einer der letzten verbliebenen Hochbodenbusse im täglichen Einsatz ist der oben schon genannte Hess-Bus. Bei diesem Bus mit Mittelmotor handelt es sich um ein Modell in schweizer Breite. Dieser (übrigens der einzige Bus, den ich hier bei diesem Schneegestöber mit Schneeketten gesehen habe) hat die anspruchsvollste Strecke. Zwar ist diese Linie nicht so gut ausgelastet wie die anderen, aber er muss sich einen kaum geräumten Berg hinauf kämpfen und hierfür ist seine schmale Bauweise natürlich ideal.

Warum hier gleich zwei Omnibusse Werbung für ein bekanntes koffeinhaltiges Kaltgetränk machen, es könnte mit der Skisprungschanze und den dazugehörigen Wettbewerben zusammenhängen. Aber das sind nur Spekulationen meinerseits. Die anderen Fahrzeuge fahren mit Werbung für hier ansässige Läden und Bergbahnen.

Jeder Urlaub geht zu Ende. Ich freue mich schon auf den nächsten Winter mit den guten alten Skibussen; aber auch schon auf die modernen Linienbusse bei uns zu Hause.

 

„uff wiedrluaga Engelberg" und „Hallöle Remstal"

Alle Bilder als Galerie:

Bericht und Bilder: Michael